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In dieser ganz besonderen Nacht

In dieser ganz besonderen Nacht - Nicole C. Vosseler Deutsche Rezension:
Ich habe mich sehr gefreut als mich CBJ über bloggdeinbuch als Rezensentin ausgewählt hat, da ich das Buch unbedingt lesen wollte. Genauso wie ich es lieben wollte und bei dem ich mich auf eine herzzerreisende Liebesgeschichte eingestellt habe, welches mir aber trotzdem ein Lächeln auf die Lippen zaubern wird. Aber leider habe ich nur Teile und Fetzten von dieser Erwartung bekommen.

Ich hatte nämlich große Probleme mit dem zu aufgebauschten Schreibstil der Autorin. Sie hat zwar zugegeben bezaubernd und verträumt geschrieben, aber alle ihrer Sätze waren viel zu lange, zu aufgebauscht und einfach zu viel in jedem belangen. Teilweise auch kurze Sätze einzubauen, wäre angenehmer gewesen und hätte es aufgelockert, aber so war es ein sehr, sehr mühsames Lesen.
Und auch die Beschreibungen von alles und jedem usw. usf. war viel zu viel. Ich bin kein Fan von ewig langen Umgebungsbeschreibungen und daher habe ich auch meine Probleme mit Kai Meyers ‚Arkadien erwacht‘ oder Tolkiens ‚Herr der Ringe‘. Aber dort ist es wenigstens Fantasy und daher habe braucht man genauere Beschreibungen, um es sich vorzustellen zu können. Aber das hier spielt in San Francisco und Voesseler hat es mit der Beschreibung von allem rundherum maßlos übertrieben. Ich brauche jetzt gar nicht mehr nach San Francisco zu fahren, um zu wissen wie die jeweiligen Bezirke aussehen, oder die Straßenecken, Straßenschilder, die Hydranten oder was die Möwen, Seelöwen oder was weiß der Kuckuck alles tun und welche Geräusche sie dabei machen. Okay, einige Leser mögen das, ich definitiv nicht! (Weil in der Geschichte auch nichts weiter geht und man ohne Probleme leicht immer wieder ein oder zwei Seiten auslassen könnte, wenn wieder eine neue Umgebungsbeschreibung beginnt, die sich unendlich zieht.)

Auch konnte ich wenig mit der Hauptfigur anfangen, welche die Geschichte in der ich-Perspektive in der Vergangenheit schildet und Amber heißt, so wie ihre Haarfarbe – Bernstein. Sie redete nicht viel, aber bekommt trotzdem einen guten Anschluss an ihrer neuen Schule in San Francisco, die gute Freunde von ihr werden. Sie muss nämlich nach dem Tod ihrer Mutter ihr altes Leben Zurückklassen und zu ihren Vater von Deutschland nach Amerika ziehen. Ich habe Amber zwar am Anfang verstanden, dass sie ihrem Vater gegenüber reserviert war, denn sie vorher nur selten gesehen hat, aber nach der Hälfte des Buches fand ich Amber nur noch gemein gegenüber Ted, ihrem Vater. Er war einer meiner Lieblingscharaktere im Buch und er hat sich wirklich bemüht und alles für sie gegeben und sie hat gerade einmal immer nur ein leises ‚okay‘ oder ein gepresstes ‚Danke‘ zustande bekommen. Undankbares Gör! Auch habe ich nicht verstanden, wie sie diese Faszination bei Nathaniel ausgelöst hat und ich fand es nicht besonders romantisch, sondern musste mich etwas fremdschämen, als Vössler immer beschrieb, dass Nathaniel Amberrr immer als sein Funny Girl bezeichnet hat. Sie war nämlich nicht im Geringsten witzig … und wie gesagt, sie hat nicht viel geredet.

Nathaniel war okay für mich und ich habe auch mit seinem Schicksal mitgefiebert und gehadert, aber seine Versessenheit für Amberr versteh ich bis zum Schluss nicht. Auch war ich ein Fan von Holly, der überdrehten, quirlig bunten Wahrsagerin und hätte gerne mehr von ihr gelesen. Shane war auch toll und ich versteh auch hier nicht, warum er sich gerade in Amber verguckt hat, aber es war wohl für ihn nur so etwas wie eine Notlösung ;) Trotzdem hat er sich diese Gefühle für sie eingebildet und wollte mehr von ihr und ich fand es total unkreativ und gemein, wie die Autorin das Problem mit den zwei Männern gelöst hat – das hat Shane nicht verdient, auch wenn er angeblich glücklich erscheint *bullshit*. Wer es gelesen hat, wird wissen, was ich hier meine.

Warum das Buch jetzt trotz meiner Kritik noch 3 Punkte bekommt, liegt daran, dass ich am Ende hin dann doch weinen musste, wegen Shane und Nathaniel. Außerdem fand ich es ganz am Anfang witzig, wie sie Amerika mit Ambers Augen geschildert hat oder wie die Amerikaner das typische Deutschland sehen. Also hat es gegen Ende des letzten Viertels doch noch etwas in mir berührt und mich bewegt. Dafür war aber die Zeit bis dorthin zu lange, um das Buch in längerer, guter Erinnerung zu behalten.

Cover:
Ein wunderschönes verspieltes Cover, das mit sofort neugierig gemacht hat und einem in die richtige mystische Stimmung für das Buch versetzt.

All in all:
Eine nette Idee, die für mich leider bei der Umsetzung hapert und ich mir anders gewünscht hätte. Sie war mir außerdem viel zu langsam und es die Hälfte der Beschreibungen und Floskeln hätte man kürzen können. Würde ich nur bedingt weiterempfehlen.
Für mehr Info besuche meinen Blog: http://martinabookaholic.wordpress.com/2013/02/26/rezension-in-dieser-ganz-besonderen-nacht/