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Das Geheimnis von Ella und Micha: Ella und Micha 1 - Roman

Das Geheimnis von Ella & Micha  - Jessica Sorensen Meine Gedanken zum Buch:
Das Buch ist von Anfang an ein Page-Turner, was daran liegt, dass man gleich mitten in der Geschichte einsteigt, man weiß, das etwas furchtbares passiert ist, aber man erfährt bist zum Schluss nicht genau, was es ist. Wobei man es natürlich vorhersehen kann und es dann auch nicht so das große ‚Geheimnis‘ war, wie der Titel des Buch es andeutet. ;) Es war schnell und wirklich flott zu lesen und hat gut unterhalten.

Trotzdem muss ich den Schreibstil wirklich bemängeln und zu Beginn hat er mich wahnsinnig aufgeregt, weil deutsche Autoren mit so etwas nie und nimmer eine Chance haben würden veröffentlich zu werden. Fast jeder zweite Satz hat mit Ich/ Er/ Sie oder den Namen der Figuren angefangen und ich fühlte mich veräppelt und auf das Niveau von ‚Mimi spielt im Garten‘ versetzt. Zum Glück wurde es im Verlauf besser, weil ich es teilweise nicht mehr so bewusst wahrgenommen habe und es sich auch verbessert hat. Was sehr danach aussah, als ob es ein Erstlingswerk der Autorin war und sie sich selber während des Schreibens immer weiter gesteigert hat. (Was aber nach meiner Recherche nicht der Fall ist…^^)
Hinzu kommt aber auch, dass es in der Ich-Perspektive und in der Gegenwart geschrieben wurde, was alles kindlicher wirken lässt, was aber widersprüchlich ist, da die Handlung für 18/19jährige ist, was auch bedeutet, das ein flapsiger/ auf cool-getrimmter Tonfall in den Dialogen herrscht. Obwohl es wieder um eine Jungfrau geht, aber das lasse ich jetzt einfach unkommentiert – ist besser so. ^^

Genauso wie die Sprache/ Inhalt / Schreibweise nicht ganz zusammen passen, sind auch die Figuren widersprüchlich und verhalten sich nicht immer nach ihrer Charakterisierung. Einerseits ist Micha ein bad-boy, der aber im Grunde total süß ist und alles für Ella tut – also wie ein wirklich netter Kerl. Aber im nächsten Moment fährt er wieder Rennen und riskiert seines und ihr Leben. Und das ist nur ein Beispiel… was ich es als widersprüchlich empfinde. Das gleiche ist mit Ella, aber sie hat sowieso einiges zu verarbeiten, also verzeihe ich es ihr. Hinzu kommt, dass ich es schade fand, dass trotz der Schicksalsschläge und traurigen Handlung, etwas gefehlt hat bei den Figuren und zwar die richtige Tiefe. Teilweise fand ich die Ansichten, Gedanken zu oberflächlich behandelt und konnte einige der Gefühle als Leser nicht ganz greifen.

Wie ihr seht, habe ich bisher nur Dampf abgelassen und ihr wundert euch sicherlich über die 3 Punkte – aber die resultieren daher, dass ich mich trotz dieser Probleme gut unterhalten gefühlt und es schnell durchgelesen habe. Was natürlich auch an den ‚netten‘ knisternden Szenen zwischen Ella und Micha gelegen hat, da sie wie die Faust auf’s Auge gepasst haben. Und dieses Knistern bei den Figuren ist eindeutig die Stärke der Autorin. Wenn man also mit dieser Art von Unterhaltung zufrieden ist, kann ich mir gut vorstellen, hier für einige auch ein 5-Punkte-Buch gefunden zu haben. Es kommt immer darauf an, was man erwartet und auf was man achtet.

Das Ende war schöner, süßer Kitsch und hätte für mich nicht besser sein können. Ich weiß zwar, dass es noch einen zweiten Teil von Ella & Micha geben wird, werde aber nicht so bald weiterlesen, weil es für mich, wie es jetzt geendet hat, genau passt. Meiner Meinung nach, hätte es hier enden können, das hätte vollkommen gereicht, da es ein Ende hat – ohne zu viel offen zu lassen. Daher habe ich jetzt schon Bauchweh, wenn ich an den zweiten Teil denke, der sicherlich voller Drama und Herzschmerz sein wird. Lesen tu ich ihn aber trotzdem, nächstes Jahr dann. ;)

German Cover:
Das Cover zeigt auf einen Blick, um was für eine Geschichte es sich hier handelt, aber leider gefallen mir die Bilder auf dem deutschen, wie auch auf dem englischen Cover nicht außerordentlich. Sie sind okay, aber nicht besonders.

All in all:
Es war eine schnell, kurzweile, nette Lektüre für zwischendurch, aber es hat mich weniger mitgerissen und bewegt, als man vom Inhalt erwarten möchte. Die Hauptfigur hat einiges durchgemacht, aber trotzdem kommt zu wenig Tiefe zum Lesen herüber, was sich schade fand. Der Schreibstil ist leider auch nicht der beste, besonders zu Beginn -verbessert sich aber im Verlauf, was daher wie ein Erstlingswerk auf mich wirkt. Aber genau das Richtige für kuschelige Stunden auf der Couch, wenn man den Geist ein wenig entspannen möchte.

Mehr zu dem Buch auf meinem Blog:
http://martinabookaholic.wordpress.com/2013/11/13/rezension-das-geheimnis-von-ella-micha/