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MartinaBookaholic

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Beautiful Disaster

Beautiful Disaster - Jamie McGuire Meine Gedanken zum Buch:
Wie kann man Teile eines Buchs lieben und andere dafür nicht verstehen oder dabei frustriert den Kopf schütteln? Hier bei diesem Buch funktioniert das eigentlich ganz gut, was wohl auch daran liegt, dass es relativ dick ist und die Geschichte sich manchmal im Kreis dreht.

Aber fangen wir am besten ganz von vorne an. Zu Beginn habe ich gedacht, es handle sich um eine Fight Club – Buchversion für jugendliche, als Abby auf Travis trifft, der bei einem Underground Kampf teilnimmt; und meine Motivation war daher etwas gering. Doch schon nach ein oder zwei Kapiteln war ich derart in die Geschichte und die Charaktere verstrickt, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen, und wenn ich nicht gelesen habe, musste ich darüber nachdenken oder träumte davon.

Es hat mich nach der Fight Club – Verwechslung, dann eine Spur an ‚The Perfect Chemistry‘ erinnert, aber hier nicht als YA Buch, sondern für Erwachsene bzw. ältere Jugendlich (ca. ab 17/18 Jahre), in dem Sex zwar vorkommt und auch teilweise geschildert wird, aber nicht so detailiert, dass man es nur als Erwachsenenbuch einteilen könnte. Es bleibt also im Rahmen. Und obwohl es ein New Adult Buch ist, mit Protagonisten um die 18/19 Jahren, ist der Schreibstil sehr einfach gewählt und daher ist auch das Buch sehr flüssig und rasch zu lesen, was ich als angenehm empfand.

Was mich aber so an ‚Perfect Chemistry‘ erinnert hat, war dieser bad-guy Typus und die Verwicklung mit dem ‚Mädchen von nebenan‘. Auch hier waren total viele Klischees und Sachen enthalten, die mich normalerweise zum Kopfschütteln bringen, mich stören – doch hier war es fast überhaupt nicht der Fall. Es war eine wirklich nette, süße Geschichte, die einem gefangen hält und in der man von der ersten bis zur letzten Seite, den zwei Protagonisten nur das Beste wünscht und mit ihnen hofft.
Natürlich ist die Geschichte nicht ideal, wie zb. das ständig einige Studenten darin rauchen oder Frauen teilweise klischeehaft abgestempelte werden, wenn sie mit Jungs ins Bett springen, während die Männer nicht dergleichen betitelt werden, sondern als bewunderte ‚Frauenhelden‘ gelten.

Das gleiche gilt auch für die Charaktere. Ich mag Travis wirklich gerne und er hat das gewisse ‚etwas‘, das einem nicht mehr loslässt und dass man ihm einfach sein Glück wünscht. Aber er könnte auf alle Fälle ein Training gegen seine Aggressionen und sein ständigen Launen brauchen – in der Geschichte wirkt er teilweise schon wie jemand, der eine manisch-depressive Erkrankung hat (übertrieben formuliert, aber trotzdem ^^).
Aber egal – Ich liebe Travis einfach! *hach* Er war wie gesagt zwar anfänglich noch der Bad-boy, hatte ein aggressivitäts- wie auch Machoproblem, aber für Abby hat er eine 180°-Wendung hingelegt und war dann einfach nur mehr ein Traum. Sicher, etwas launenhaft und eifersüchtig, aber wollen wir nicht auch manchmal einen Mann für den wir alles auf der Welt bedeuten?

Und auch die perfekte Abby hat ihre negativen Seiten, dass sie zb. lieber vor Problemen und zu großen Gefühlen davon läuft, anstatt sich ihrer zu stellen oder sich damit ihr selber, Travis und dem Leser immer wieder das Herz bricht. Sie ging mir leider die meiste Zeit auf die Nerven und hat aus allem unnötig ein Drama gemacht und was sie gegen Ende Travis angetan hat, dafür hätte ich sie erwürgen können. Sie ist auch der Grund warum das Buch nicht die volle Punkteanzahl bekommen hat, denn ansonsten hat es mir sehr gut gefallen.

Aber irgendwie denke ich, dass genau dieser Mix aus ‚nicht perfekt sein‘ den Reiz in diesem Buch ausmacht, dass man nie weiß was als nächstes passiert und ob sie nun ihr Happy-End bekommen oder nicht.

Dieses Buch ist zwar spannend und intensiv erzählt, aber nicht hauptsächlich durch actionreiche Handlungen, sondern durch die impulsiven Charaktere und deren Zusammenspiel, deren Chemie. Es ist teilweise wie ein Karussell, ein ständiges up- und down der Gefühle und ein Trip, der von ‚Himmelhoch jauchzend‘ zu endlos deprimiert führt und wieder zurück.
Wer sich auf diese Hochschaubahn einlassen will und kann, hat hier – neben einigen Tränen – auch wunderschöne Seiten und Erlebnisse in Aussicht, mit dramatischen Gefühlen und Emotionen, die zu begeistern wissen.

Noch kurz zu einem Punkt, den ich auch bekritteln möchte: Es war im Mittelteil etwas zäher, und dort kam der Punkt an dem man sich gefragt hat, was denn jetzt noch kommen soll. Aber die Autorin hat sich nochmal etwas ausgedacht, um noch mehr Qualen und Schmerz hinein zu bringen, dass zwar einige vielleicht spannend fanden, auf mich aber etwas zu gekünstelt wirkte. Für mich hätte das Buch dieses ‚Problem‘ nicht mehr gebraucht und hätte auch etwas kürzer sein können und ich wäre noch immer glücklich damit gewesen.

Dafür war aber das Ende nach meinem Geschmack und ich kann mit Freude sagen, dass ich es nicht bereut habe dieses Buch gelesen zu haben. Es war eine emotionale Achterbahnfahrt, die ich jederzeit wieder machen würde.
Für mehr Info besuche meinen Blog: http://martinabookaholic.wordpress.com/2013/05/02/rezension-beautiful-disaster/