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Die Stadt der verschwundenen Kinder

Die Stadt der verschwundenen Kinder: Roman - Caragh O'Brien .
Meine Gedanken zum Buch:
Auf das Buch habe ich schon lange gewartet und nur positives davon gehört. Zum Teil wurden meine Erwartungen erfüllt, aber es war auch vieles anders, als ich erwartet habe. Ich dachte eigentlich, dass es mehr wie eine Dystopie ist, mit gefährlichen Wesen (schon alleine wegen dem englischen Cover), aber das war hier nicht der Fall. Es ist zwar eine Dystopie im Jahre 23xx, aber man bemerkt das gar nicht stark, bzw. wirkte es auf mich eher wie ein High Fantasy Buch einer ganz anderen Gesellschaft, die in zwei Teile getrennt wurde. Jene, die außerhalb der Mauer versuchen zu überleben, während sie innerhalb der Mauer in Saus und Braus leben, wobei man später bemerkte, dass dort nicht alles Gold ist, was glänzt. Was mir klar war, dass so etwas kommt, sonst wäre es auch keine post-apokalyptische Dystopie.

Durch die Handlung begleiten wir die junge Hebamme Gaia, die äußerlich im Gesicht entstellt ist, aber innerlich umso ein größeres Herz hat. Sie ist neugierig, mutig und versucht den richtigen Weg zu wählen, nicht den einfacheren. Dafür alleine bekommt sie schon Pluspunkte von mir. Gaia muss viel durchmachen und weiß zu Beginn nicht einmal, warum das alles ihr und ihrer Familie passiert. Erst später, stückchenweise entdeckt sie die Hintergründe, gräbt tiefer und erfährt so einiges, das nicht nur Gaia erschüttert, sondern auch den Leser. Wenig ist ohne Bedacht und vieles hat einen tieferen Hintergrund und diese Geheimnisse gemeinsam mit Gaia aufzuklären, war für mich sehr interessant und nach der ersten Hälfte – die etwas zäher zu lesen war – auch sehr spannend.

Generell liest es sich leicht und schnell, man merkt dabei doch, dass es für Jugendliche geschrieben ist und die Sätze relativ kurz gehalten sind. Aber es hat ständig einen traurigen, sowie einen verträumten Grundtenor, der den anderen dystopischen Erzählungen nicht ähnelt, die generell ein schnelles Tempo bieten. Hier geht alles langsam voran und nimmt dann von Seite zur Seite mehr Fahrt auf. Was mir dabei etwas gefehlt hat, war ein wenig Charme oder auch etwas leichtere Passagen, wo man auch hätte schmunzeln können. Da hat das Buch überhaupt nicht geboten, alles war düster, strikt und autoritär beschrieben.

Schade finde ich es auch, dass es lange immer nur vage Andeutungen gab, dass Leon sie mag, dass er nicht einmal hin und wieder ihre Wange gestreichelt hat oder ähnliches – muss ja nicht gleich ein Kuss sein, aber irgendwas, damit sie nicht ständig glaubt, sie sieht wie ein Monster aus. Da kann ich verstehen, dass sie Leons Verhalten oft verwirrt hat, er ist wirklich sehr lange Zeit undurchsichtig gewesen. Es hat ewig gedauert, bis man endlich gemerkt hat, wie er fühlt und was er eigentlich beabsichtigt und will.

Das Ende war passend, aber dafür auch nicht wirklich überraschend für mich. Es war relativ früh klar, was aus Leon oder Gaia wird und in welche Richtung sie sich bewegen oder gezwungen werden, auch das, was Leon danach tut/ ihm passiert – was man in der Kurzgeschichte ‘Das Ödland’ im Anhang der Taschenbuchedition lesen kann. Trotzdem freu ich mich schon sehr auf den zweiten Teil, auch wenn hier nicht ein schwerer Spoiler war, aber es wurde genug offen gelassen, um sich bereits denken zu können, was im nächsten ungefähr passiert und darauf freue ich mich schon, wenn es so kommt, wie ich es mir vorstelle. Also dann – schnell weiterlesen, oder so wie ich – warten bist der zweite Teil von Heyne ebenfalls im Tachenbuchformat erscheint! :)

Cover:
Mir gefällt zwar das deutsche Cover auch sehr gut, aber das englische Cover hat einen Tick mehr – eine interessante Note, die mich sofort neugierig gemacht hat.

All in all:
Guter erster Teil einer andersartigen Dystopie für Jugendliche, die ich mit Sicherheit verfolgen werde und noch einiges an Überraschung bringen wird. Ich kann es kaum erwarten auch den zweiten Teil in die Finger zu bekommen. :)

Für mehr Information zum Buch, besuche bitte meinen Blog:
http://martinabookaholic.wordpress.com/2013/07/09/rezension-die-stadt-der-verschwundenen-kinder/